ISE 2026 Barcelona: Die Zukunft des Video Conferencing
Die Integrated Systems Europe (ISE) 2026 hat erneut eindrucksvoll bewiesen, warum sie als weltweit führende Messe für AV- und Systemintegration gilt. Vom 3. bis 6. Februar 2026 wurde Barcelona zum globalen Treffpunkt für Hersteller, Integratoren, IT-Entscheider und Endkunden. Mit Tausenden Ausstellern und Besuchern aus aller Welt standen Innovationen, Marktreife und praxisnahe Anwendungen im Mittelpunkt.
Zentrale Highlights der ISE 2026
Wir waren vor Ort und haben die wichtigsten Entwicklungen analysiert. Während riesige, transparente Micro-LED-Wände und immersive Audio-Erlebnisse für Staunen sorgten, lag der wahre Fokus für Unternehmen auf einem Bereich, der unseren Arbeitsalltag definiert wie kein anderer: Video Conferencing und Collaboration.
Ein übergreifendes Thema der Messe war die weitere Verschmelzung von AV, IT und Software. Lösungen wurden nicht mehr isoliert präsentiert, sondern als ganzheitliche Ökosysteme für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und öffentliche Räume.
Zu den wichtigsten Highlights zählten:
- Fortschritte im Bereich KI-gestützter AV-Systeme
- Nachhaltige Hardware-Designs mit reduziertem Energieverbrauch
- Cloud-basierte Steuerungs- und Managementplattformen
- Noch engere Integration von AV-Lösungen in bestehende IT- und UC-Infrastrukturen
Andreas Helmling, Head of Sales B2B bei Littlebit Technology in Deutschland, fasst die ISE 2026 so zusammen:
«Die Messe war extrem gut besucht, und auch die Stimmung war trotz der schwierigen Marktsituation sehr gut. Große Innovationen bleiben allerdings aus. Stattdessen stehen bei den Herstellern Portfolio-Optimierungen oder -Ergänzungen im Mittelpunkt. Unser Partnerabend war ein voller Erfolg. Wir haben uns wieder a littlebit more in der AV & Digitale Signage Branche etabliert.»
Die allgemeinen Trends: KI ist der neue Standard
Zwei Themen dominierten die Hallen in Barcelona: Künstliche Intelligenz (KI) und Nachhaltigkeit.
KI optimiert Signalwege, automatisiert Inhalte auf Digital Signage Displays und – ganz wichtig – sie macht AV-Systeme energieeffizienter. Das Thema "Green AV" ist von der Nische zum entscheidenden Kaufkriterium geworden. Hersteller, die keine recycelbaren Materialien oder intelligente Energiesparmodi vorweisen können, haben es schwer.
Andreas Müller, Director of Business Development B2B bei Littlebit Technology, resümiert die ISE 2026 so:
«Die ISE 2026 zeigte klar, dass die AV-Industrie weiter über reine Hardware hinauswächst: Software-Intelligenz, KI, vernetzte Systeme, Smart Building-Lösungen und immersive Nutzererlebnisse stehen im Mittelpunkt. Viele Exponate verbanden diese Technologien miteinander und machten die Messe zu einer wichtigen Plattform für Innovation, Partnerschaften und Zukunftstrends in der gesamten Branche. Was mich persönlich stark beeindruckt, sind die Möglichkeiten, die mit KI umgesetzt werden, am Fallbeispiel Echtzeitübersetzung und Untertitelung in Videocalls.»
Fokus Video Conferencing: Das Ende des "Bowlingbahn-Effekts"
Der spannendste Bereich für IT-Entscheider war jedoch die Evolution des hybriden Meetings. Die Zeit der statischen Weitwinkelkameras, die Teilnehmer am Ende eines langen Tisches wie Kegel auf einer Bowlingbahn aussehen lassen, ist endgültig vorbei. Die ISE 2026 zeigte eindrucksvoll, wie "Meeting Equity" (Chancengleichheit im Meeting) technisch gelöst wird.
1. Die intelligente Regie: Neue Multi-Kamera-Systeme, gestützt durch massive KI-Rechenpower direkt im Gerät (Edge AI), revolutionieren die Bildregie. Sie erkennen nicht nur, wer spricht, sondern analysieren die Raumdynamik. Statt eines starren Bildes erhalten Remote-Teilnehmer nun individuelle "Headshots" der aktiven Sprecher im Raum, dynamisch zusammengestellt. Das Meeting fühlt sich endlich natürlich an, egal von wo man teilnimmt.
2. Spatial Audio wird Standard: Spatial Audio (räumliches Hören) zieht in den Konferenzraum ein. Dank intelligenter Soundbars und Deckenmikrofone wird die Stimme eines Sprechers genau dort im Raum verortet, wo sein Bild auf dem Screen zu sehen ist. Das reduziert die kognitive Last in langen Meetings enorm – man "hört", wer spricht, bevor man es sieht.
3. Die unsichtbare Technik: Die Hardware tritt in den Hintergrund. All-in-One-Bars werden schlanker, Deckenmikrofone verschwinden in der Architektur und die Integration in Plattformen wie Microsoft Teams oder Zoom ist so nahtlos, dass der Nutzer die Technik kaum noch wahrnimmt. Der Raum "weiß", wann ein Meeting beginnt, und stellt sich automatisch ein.
Für Oliver Gorges, Head of Business Development Deutschland bei Littlebit Technology, war es die Premiere auf der ISE in Barcelona:
«Ich bin wirklich begeistert von der Qualität der Messe. Das Who-is-Who der Branche ist vertreten und nutzt die Gelegenheit, Produkte zu präsentieren und Botschaften zu vermitteln. Um es audio-visuell zu sagen: Es war laut & bunt. Im Fokus steht für mich bei einem solchen Event allerdings das Thema Networking. Und diesbezüglich war es eine 10 von 10! Sowohl die Gespräche mit unseren Partnern auf der Messe als auch der Austausch beim Feierabendbier nach Messeschluss hat gezeigt, dass der Channel, speziell die stark vertretene deutsche Community vor Ort, voller Tatendrang und auf der Suche nach neuen Projekten ist. Barcelona, expect a littlebit more, I'll be back!»
Fazit
Die ISE 2026 in Barcelona hat gezeigt, dass die Phase der improvisierten hybriden Lösungen vorbei ist. Wir treten in eine Ära der professionellen, KI-gestützten Konsolidierung ein. Die Technologie dient nun primär dazu, die Distanz zwischen Remote- und Präsenzteilnehmern vollständig aufzulösen. Für Unternehmen bedeutet dies: Investitionen in intelligente Video-Conferencing-Hardware sind keine Option mehr, sondern die Voraussetzung für produktives Arbeiten in der modernen Welt. Die Zukunft des Meetings ist hier – und sie ist erstaunlich intuitiv.
